- Veranstaltungstermine
- 26 September 2026, 17:00-20:00 (CEST)
- Standort
- Haus der Europäischen Geschichte, Rue Belliard/Straße 135, 1000 Brüssel, Belgien
Die Teilung war eines der bedeutendsten und traumatischsten Ereignisse in der Geschichte Südasiens. Sie fand am Ende der britischen Kolonialherrschaft statt und unterteilte den Subkontinent in die neu unabhängigen Staaten Indien und Pakistan. Sie führte zur Vertreibung von Millionen von Menschen, zu massiver Gewalt, zum Verlust von Wohnungen und Existenzgrundlagen sowie zur Trennung von Familien und Gemeinschaften.
Im Rahmen eines Vortrags, einer Filmvorführung und persönlicher Zeugenaussagen wird die Partition nicht nur als politisches Ereignis betrachtet, das neue nationale Grenzen geschaffen hat, sondern als zutiefst menschliche Erfahrung, deren Erinnerungen den indischen Subkontinent weiterhin prägen. Durch die Einordnung der Teilung in den Übergang von der britischen Kolonialherrschaft zur Unabhängigkeit wird im Rahmen des Programms auch untersucht, wie die koloniale und postkoloniale Grenzgestaltung Gebiete, Identitäten und Gemeinschaften umgestaltet hat.
Im Rahmen des Programms wird untersucht, wie Erinnerungen an die Teilung in den Familien bewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Sie wird Fragen zum Geschichtsbewusstsein, zum Schweigen, zu Traumata und zur Rolle von Museen, Literatur und Kunst bei der Dokumentation schwieriger Geschichten aufwerfen.
Praktische Informationen
- „Idioma“ (Sprache): Englisch
Zeit: 17:00-20:00
Vortrag: Erinnerung an die Teilung
(30 Min. Gespräch & 15 Min. Frage & Antwort)
An dieser Sitzung wird Dr. Anwesha Roy teilnehmen, dessen Arbeit die vielen Geschichten und Erinnerungen der Teilung Indiens erforscht hat. Im Rahmen des Gesprächs werden die kolonialen und politischen Umstände, die zur Teilung geführt haben, die Festlegung neuer Grenzen am Ende der britischen Herrschaft und die Erfahrungen normaler Menschen, die unmittelbar von der Teilung betroffen waren, untersucht.
Der Redner wird persönliche Narrative, mündliche Geschichten, Literatur, Fotografien und Archivaufzeichnungen erörtern, um zu zeigen, wie die Partition in den einzelnen Regionen, Gemeinschaften und Generationen unterschiedlich erlebt wurde. Besondere Aufmerksamkeit wird der Vertreibung von Familien, dem Verlust von angestammten Häusern, der Störung gemeinsamer kultureller Traditionen und den Herausforderungen bei der Wiederherstellung des Lebens an einem unbekannten Ort gewidmet. Im Anschluss an den Vortrag findet eine Fragerunde mit dem Publikum statt.
Filmvorführung und -diskussion: Das kinematische Gedächtnis der Teilung
(120 Min.)
Das Kino spielt eine wichtige Rolle bei der Darstellung der Gewalt, der Vertreibung und des emotionalen Traumas, die durch die Teilung Indiens verursacht wurden. Im Rahmen dieses Programms wird der Film Manto (2018) unter der Regie von Nandita Das gezeigt. In dem Film werden das Leben und die Arbeit des berühmten Urdu-Schriftstellers Saadat Hasan Manto vorgestellt, dessen Geschichten die Gewalt, die Absurdität und den moralischen Zusammenbruch aufzeigten, die mit der Partition einhergingen. Durch Mantos persönliche Erfahrungen und literarische Schriften macht der Film auf das Leid der einfachen Menschen aufmerksam, die zwischen neu geschaffenen Grenzen und konkurrierenden nationalen Identitäten gefangen sind. Es bietet eine starke Reflexion darüber, wie das Ende der Kolonialherrschaft und die Schaffung neuer Nationalstaaten das individuelle Leben, das Zugehörigkeitsgefühl und die Beziehungen über Grenzen hinweg verändert haben.
Lautsprecherbiografie
Bannerbild: Jawaharlal Nehru und Lord Mountbatten bei der Erklärung der indischen Unabhängigkeit, Album Archivo Fotográfico, Barcelona