Von Laurence Bragard, Projektmanagerin, Formales Lernen
Ende Juni reiste ich gemeinsam mit meinem Kollegen Florian Tuder nach Paderborn, um den Comenius-EduMedia-Preis 2026 für HistoriCall entgegenzunehmen – die digitale Lernplattform des Hauses der Europäischen Geschichte, die es ermöglicht, europäische Geschichte und Integration auf ansprechende, interaktive und anpassungsfähige Weise zu vermitteln.
Die Auszeichnung war ein stolzer Moment für unser Museum. Sie bot zudem die Gelegenheit, eine beeindruckende Bandbreite an Bildungsprojekten aus ganz Europa kennenzulernen.
In diesem Jahr wurden mehr als 150 Projekte aus sieben Ländern von Museen, Schulen, Universitäten, Nichtregierungsorganisationen, Verlagen, öffentlichen Einrichtungen und privaten Organisationen eingereicht. HistoriCall erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Europagesellschaftliche Bildungsmedien, mit der digitale Ressourcen gewürdigt werden, die den europäischen Dialog und politische Bildung stärken. Was mich besonders beeindruckt hat, war die Qualität der internationalen Jury und die strengen Auswahlkriterien. Die Projekte wurden nicht nur hinsichtlich ihrer Innovationskraft, sondern auch hinsichtlich ihres pädagogischen Werts, ihrer mediale Qualität, ihrer Benutzerfreundlichkeit und ihrer langfristigen pädagogischen Wirkung bewertet. Die Anerkennung durch eine derart gründliche Analyse und Bewertung macht diese Auszeichnung besonders herausragend.
HistoriCall bietet derzeit vier mehrsprachige Module an, die sich mit der europäischen Integration, Medienkompetenz und Antirassismus durch die Linse europäischer Geschichte befassen. Die Plattform wurde in einem mehrstufigen Prozess sowie durch Testphasen und Evaluierungen mit Lehrkräften aus ganz Europa entwickelt. Sie kombiniert historische Quellen, interaktive Aufgaben und „Visible Thinking“-Methoden, um Lehrkräfte dabei zu unterstützen, historisches Denken, kritische Reflexion und Diskussionen im Unterricht zu fördern.
Die Verleihung des Comenius EduMedia Award ist eine Ehre für unser Team. Vor allem aber bestätigt sie, dass digitales Lernen akademische Qualität, technologische Innovation und sinnvolle Unterrichtspraxis erfolgreich miteinander verbinden kann. Vor allem spornt sie uns an, weiterhin Ressourcen mit Lehrkräften und für Lehrkräfte in ganz Europa zu entwickeln, um jungen Menschen dabei zu helfen, sich kritisch mit der Geschichte Europas auseinanderzusetzen, die Herausforderungen der heutigen Welt zu verstehen und aktiven Bürgern zu werden.