Veranstaltungstermine
13 November 2024, 18.15 (CET) - 27 November 2024, 22.00 (CET)
Standort
Haus der Europäischen Geschichte, Rue Belliard / Belliardstraat 135, 1000 Brüssel, Belgien

Im Rahmen der Sonderausstellung „Bellum et Artes – Europa und der Dreißigjährige Krieg“ zeigt das Haus der Europäischen Geschichte drei außergewöhnliche und sehr unterschiedliche europäische Filme, die den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zum Thema haben und (neu) interpretieren.  

Zunächst führt Filmkurator Wouter Hessels auf Englisch in die Filme ein, gefolgt von einer Fragerunde und einer Diskussion. 

Der Eintritt zu den Filmvorführungen ist kostenfrei. Es ist jedoch eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Vor dem Film findet jeweils um 18.15 Uhr eine 45-minütige Führung durch die Sonderausstellung „Bellum et Artes“ statt, in der der Dreißigjährige Krieg durch die Linse verschiedener Arten von Kunst betrachtet wird. Die Führung erfordert eine vorherige Anmeldung (über die nachstehenden Links) und beinhaltet eine Methode der „aktiven Teilnahme“, die auf Visible Thinking Routines basiert.

Filmplakat

Chronik eines Hofnarren (Bláznova kronika)

Die „Chronik eines Hofnarren“ ist ein Antikriegsfilm in Form einer schwarzen Komödie und spielt im Dreißigjährigen Krieg. Der Regisseur und Trickfilmemacher Karel Zeman (1910-1989), der oft als tschechischer Georges Méliès bezeichnet wird, kombiniert Live-Action mit Animation und lässt sich dabei von der künstlerischen Arbeit und dem Stil des schweizerisch-deutschen Kupferstechers Matthäus Merian inspirieren, der während des Dreißigjährigen Krieges lebte.

Mittwoch, 13.11.2024 – 19.00 Uhr

Karel Zeman, Tschechoslowakei, 1964. 81 min., OmeU.

Anmeldung zur Führung (18.15–19.00 Uhr)
Anmeldung zur Filmvorführung (19.00–21.30 Uhr)

Filmplakat – Mutter Courage

Mutter Courage und ihre Kinder

„Mutter Courage und ihre Kinder“, das politische Meisterwerk von Bertolt Brecht (1898-1956), spielt im 17. Jahrhundert während des Dreißigjährigen Krieges. Das Stück erzählt die Geschichte von Anna Fierling, die den Spitznamen „Mutter Courage“ trägt. Sie möchte ihren Lebensunterhalt mit dem Krieg verdienen, an dem alle deutschen Staaten, Frankreich und Schweden beteiligt waren. Brecht schrieb das Stück in Auflehnung gegen den Aufstieg von Faschismus und Nazismus. 1961 wurde das erfolgreiche Antikriegsstück mit Brechts Witwe Helene Weigel in der Titelrolle verfilmt.

Mittwoch, 20.11.2024 – 19.00 Uhr

Peter Palitzsch & Manfred Wekwerth, Deutschland, 151 min., OmeU.

Anmeldung zur Führung (18.15–19.00 Uhr)
Anmeldung zur Filmvorführung (19.00–22.00 Uhr)

Filmplakat – Nightwatching

Nightwatching – Das Rembrandt-Komplott

„Nightwatching – Das Rembrandt-Komplott“ ist ein origineller fiktiver Film des Malers und Filmemachers Peter Greenaway (geb. 1942), der sich das Leben und Wirken des berühmten niederländischen Malers Rembrandt van Rijn im Goldenen Zeitalters vorstellt. Im Mittelpunkt steht die Entstehung des Gemäldes „Die Nachtwache“ von 1642. Rembrandt (1606-1669), dem während des Dreißigjährigen Krieges viel Leid widerfuhr, gilt als einer der größten bildenden Künstler aller Zeiten. „Nightwatching – Das Rembrandt-Komplott“ ist eine glühende Hommage an den niederländischen Meister.

Mittwoch, 27.11.2024 – 19.00 Uhr

Peter Greenaway, Niederlande/ Vereinigtes Königreich Frankreich/ Deutschland/ Polen/ Kanada, 2007, 134 min.

Anmeldung zur Führung (18.15–19.00 Uhr)
Anmeldung zur Filmvorführung (19.00–22.00 Uhr)

Wouter Hessels, Foto des Filmkurators

Über Wouter Hessels

Wouter Hessels studierte in Antwerpen und Brüssel Romanistik, Philosophie, audiovisuelle Kunst und Dramaturgie. Seit 1995 unterrichtet er Film- und Mediengeschichte am RITCS (Royal Institute for Theatre, Cinema & Sound) in Brüssel und Filmanalyse am INSAS (Institut National Supérieur des Arts du Spectacle) in Brüssel und an der Royal Academy for Fine Arts in Antwerpen. Von 2006 bis 2011 hatte er eine Gastprofessur für Filmgeschichte an der Baltic Film, Media & Arts School (Universität Tallinn, Estland) und von 2020 bis 2022 eine Gastprofessur an der ULB (Université libre de Bruxelles) in Brüssel. Seine Unterrichtstätigkeit führte ihn nach Paris, Rom, Amsterdam, Berlin, Bologna, Prag, Istanbul, Rio de Janeiro und Kapstadt. In den Jahren 2011-2012 war er Direktor und Kurator des Königlichen Belgischen Filmarchivs (Cinematek). Heute arbeitet er als Filmkurator für das Schloss Gaasbeek. Er schreibt Essays und Kritiken auf den Gebieten Kunst, Film, Medien, Politik und Bildung. Wouter Hessels schreibt und trägt Gedichte auf Niederländisch, Französisch, Englisch und Italienisch vor. Sein Lebensmotto lautet „Es lebe das Leben, die Liebe und die Kunst“.