Die Eröffnungsfeier von „Postkolonial?“, die am 17. April 2026 stattfand, brachte mehr als 800 Partnerinnen und Partner, Mitwirkende, Künstlerinnen und Künstler sowie Mitglieder der Öffentlichkeit zu einem gemeinsamen Moment der Reflexion und des Austauschs zusammen.

Es handelt sich um die achte große Ausstellung, die das Museum seit 2017 präsentiert, und um die dritte, an der ich im Rahmen meiner Tätigkeit im Veranstaltungsteam mitgewirkt habe. Zugleich geht ihr ein wichtiger Meilenstein voraus: unser zehnjähriges Jubiläum im Jahr 2027.

Der Abend begann mit einem Empfang zu Ehren all jener, die dazu beigetragen haben, diese anregende und notwendige Ausstellung Wirklichkeit werden zu lassen, bevor sich die Türen für das Publikum öffneten und die eindrucksvollen Performances von La Candidate Sans-Papiers und DJ JOKI begannen.

Ich hatte den Eindruck, dass das Publikum die Bedeutung und Aktualität des Themas deutlich wahrnahm – nicht zuletzt daran, dass die Führungen mit den Kuratorinnen und Kuratoren schon lange vor Beginn des Abends ausgebucht waren.

Zwei Momente sind mir besonders in Erinnerung geblieben: der von Indikon geleitete Workshop, der die traditionelle Blockdrucktechnik mit den Botschaften der Ausstellungsbesucherinnen und -besucher verband und so zu einer kollektiven Geste des Ausdrucks wurde. Und vor allem die Gelegenheit, persönlich – oft zum ersten Mal – den Menschen zu begegnen, die ihre Geschichten für „Postkolonial?“ geteilt haben und deren Stimmen und Erfahrungen sich durch die gesamte Ausstellung ziehen.

Und wie geht es nun weiter? Nun, „Postkolonial?“ ist noch bis März 2027 geöffnet – und ich kann nur empfehlen, die Ausstellung (erneut) zu besuchen, wenn Sie mehr Zeit und Raum dafür haben. Doch der Eröffnungsabend war erst der Anfang eines Veranstaltungsprogramms, das sich über das ganze Jahr erstrecken wird und vom Public Programme Circle gestaltet wird – einer Gruppe von acht Expertinnen und Experten, Künstlerinnen und Künstlern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Praktikerinnen und Praktikern, die dafür sorgen, dass das Programm nicht nur intellektuell anspruchsvoll ist, sondern auch in gelebter Erfahrung, Gemeinschaftsbezügen und Dialog verankert bleibt.

Das Programm bietet somit zahlreiche Zugänge. In den kommenden Monaten stehen unter anderem folgende Veranstaltungen auf dem Programm: Im Mai Führungen durch die Ausstellung sowie zwei Workshops zu Storytelling und Puppenbau, bei denen der kongolesische Künstler Justice Kasongo Dibwe Kinder dabei begleitet, ihre eigenen Geschichten der Befreiung zu gestalten. Im Juni bringen zwei Tage mit Maria Galindo und La Candidate Sans-Papiers Workshops, Versammlungen und grenzüberschreitende Performances zusammen, um gemeinsam zu imaginieren, was „nach den Grenzen“ kommt.

Werfen Sie einen Blick auf das Jahresprogramm und notieren Sie sich die Veranstaltungen, an denen Sie teilnehmen möchten.