
Besucherinnen und Besucher im Haus der Europäischen Geschichte haben nun die Möglichkeit, sich auf eine visuelle Reise durch die letzten 100 Jahre der Geschichte des Kontinents zu begeben. Sie können dies in der neuen Wechselausstellung des Museums „Die Sprache der Mauern“ tun, die am Samstag, 30. April, eröffnet wurde.
Die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola weihte die Ausstellung einen Tag zuvor, am Freitag, 29. April, ein und war so die erste bekannte EU-Bürgerin, die sie besuchte.
Bei der Eröffnungsansprache hob Präsidentin Metsola den Einfluss der Medien auf verschiedene Bereichen des menschlichen Handelns hervor und stellte fest, dass dieser Einfluss trotz technologischer Fortschritte nicht nachgelassen habe. Einer der Gründe, aus dem Plakate im Alltag der Menschen immer noch eine wichtige Rolle spielen, sei auch die Tatsache, dass jedes Plakat eine vollständige Geschichte erzähle.
„Es ist immer eine Geschichte, mit der wir uns identifizieren können, da sie Elemente enthält, die in uns allen etwas bewegen. Wenn diese vollständigen Geschichten gegenübergestellt werden, entsteht ein Mosaik von etwas Größerem. Sie beschreiben eine Ära, eine Idee, die Bildung einer Ideologie. Das macht die Ausstellung „Die Sprache der Mauern“ so spannend und regt zum Nachdenken an“
Hans-Gert Pöttering, Vorsitzender des Kuratoriums des Hauses der Europäischen Geschichte, merkte an, dass dies die vierte Wechselausstellung in der fünfjährigen Geschichte des Museums sei. Das Haus sei in der Öffentlichkeit und bei den anderen Museen im Kulturbereich gut angekommen.
Diese Wertschätzung steht im Zusammenhang mit der akademischen Unabhängigkeit des Museums. Das Kuratorium entscheidet in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat und dem Aufsichtsrat des Museums über den Inhalt“
Jaume Duch Guillot, Generaldirektor für Kommunikation des Europäischen Parlaments, wies darauf hin, dass es die Pflicht der Bürgerinnen und Bürger sei, aus der Geschichte zu lernen, und die des Europäischen Parlaments, sie ohne Tabus abzubilden und aufzuarbeiten. „Nur dann“, sagte er, „sind wir in der Lage, in einem demokratischen Prozess fundierte Entscheidungen über unsere Zukunft zu treffen.“
Die Ausstellung, die aus etwa 150 Plakaten und anderen Gegenständen besteht, ist in fünf thematische Abschnitte unterteilt. „Die Sprache der Mauern“ wird auch als Lerninstrument für Bürgerinnen und Bürger sowie für Schülerinnen und Schüler genutzt. In Schülerworkshops wird Grundschülerinnen und -schülern eine Einführung in die Meilensteine der europäischen Geschichte geboten, während Schülerinnen und Schüler von weiterführenden Schulen die Möglichkeit haben, die europäische Geschichte mittels Plakaten zu erkunden.
Die Ausstellung wird bis Sonntag, 13. November für die Öffentlichkeit zugänglich sein.